„Kinder in Not“

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Keil mit „Kinderbart“
(2002)


Michael Montemayor
(2001)


Als kleiner Junge wollte ich unbedingt „ein Heidenkind kaufen“, aber damals fehlte mir das Geld. Dann war die Hilfe für Kinder in Not zunächst einmal aus dem Sinn. Erst 1991 kam mir das Problem wieder zu Bewusstsein: Zum Jahreswechsel regte ein Kollege an, wir könnten doch die Beträge, die für Geburtstagsfeiern in der Abteilung ausgegeben würden, sinnvoller verwenden, als sie zu verjubeln. Wir beschlossen, damit Menschen zu unterstützen, die kaum Anlass zum Feiern haben, weil sie tagtäglich ums nackte Überleben kämpfen müssen.

Um die Sache zum Laufen zu bringen, erklärte ich mich bereit, „für ein Jahr“ die Geldsammlung und -weiterleitung zu übernehmen. Aus der temporär gedachten Beschäftigung wurde mehr als ein Vierteljahrhundert, ein Ende ist nicht in Sicht. Jeder von uns sieben Leuten zahlte anfangs 50 Mark im Jahr, später 75 Mark, schließlich bis zu 50 Euro. Dazu kamen die Spenden, die ich anstelle von Honoraren bei heiteren Auftritten als Pfälzer Mundartdichter, „Singender Schiedsrichter“, „Urologe Dr. Nierenstein“, „St. Petrus“ oder auch bei spontanen Aktionen wie „Keils Kinderbart“ (Foto links) erhalte, außerdem die Erlöse aus dem Verkauf meines Mundartbuches.

Von 1991 an betreuten wir zwei Patenkinder, zunächst jeweils eines in Rio de Janeiro und eines auf der Philippinen-Insel Cebu. Seit 2003 sind es durchweg philppinische Kinder.

Vermittelt wurden uns die Kinder durch:

Aktionsgruppe „Kinder in Not“ e. V.
Hohner Str. 2
53578 Windhagen
Telefon (02645) 4773
E-Mail aktionsgruppe@kinder-in-not.de
Internet www.kinder-in-not.de

Die Aktionsgruppe verwendet keinerlei Spenden für Verwaltung; die Vereinsmitglieder tragen ihre Kosten, die insbesondere bei der Überwachung der Hilfsprojekte vor Ort anfallen, selbst.

Die intensivste Patenkind-Beziehung entwickelte sich mit Michael Montemayor von den Philippinen, der uns als Dreizehnjähriger zugewiesen wurde. Von Beginn an korrespondierte ich mit ihm persönlich. 1995 haben wir miterlebt, wie er als einer der 60 Jahrgangsbesten einen Abschluss entsprechend unserer Mittleren Reife erreichte. 2001 schloss er die Fachhochschule von Cebu City mit dem Diplom eines „Computer-Ingenieurs“ ab (Foto oben rechts). Obwohl damit die Patenschaft offiziell endete, blieb ich mit ihm per E-Mail in Verbindung. Auf diesem Weg erfuhr ich 2003, dass Michaels Vater von einem Amokläufer erstochen worden war.

Am Ende meiner abhängigen Berufstätigkeit lud ich meine Mitarbeiter zu einem „Essen gegen den Hunger“ ein: Ich bezahlte die Rechnung, bat meine Gäste jedoch, damit ich den Hunger meiner Patenkinder stillen könne, so viel in meinen „Spendenhut“ zu legen, wie ihnen die Einladung wert war. Es kamen mehr als 800 Euro zusammen...

An diesem Tag sind meine Firmenkollegen aus der Patenschaftsaktion ausgeschieden, und „unsere“ Patenkinder sind seither „meine“. Der Spendenticker (oben) wird zumindest jährlich aktualisiert.

Wie stiefmütterlich deutsche Medien das Thema „Spendenpatenschaften“ abhandeln, lässt sich am Beispiel eines Leserbriefs vom 31. Dezember 2017 ablesen, der mit vielen Kürzungen und Auslassungen abgedruckt wurde.

Es ist gleich gut, ob Sie für hungernde Kriegswaisen im Kongogebiet sorgen oder für durch Landminen verstümmelte Kinder in Afghanistan und Bosnien: Kinder sind unsere Zukunft, und jedes Kind ist es wert, dass Sie ihm helfen. Ich bitte Sie darum.

Herzlichen Dank!

Ihr Albert H. Keil